Salomé W. Cihlarz: Seerosen II

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Vorwort
von Salomé W. Cihlarz und
Prof. Dr. Wolfgang Huber, Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg

Kunst entsteht dort, wo es Neugier auf das Fremde, das Andere gibt. Die Auseinandersetzung mit dem Neuen, dem Ungewohnten, dem aus der Reihe Fallenden, dem Abweichenden, dem Provozierenden, dem Herausfordernden, dem Grenzüberschreitenden ist häufig Gegenstand künstlerischer Tätigkeit. Kunst ist deshalb oft auch ihrer Zeit voraus. Deshalb wird sie nicht immer verstanden und nicht selten verfemt und verfolgt. Manchmal vermag sie festgefahrene Sichtweisen aufzubrechen und neue Blickrichtungen zu eröffnen. In ihrer Auseinandersetzung mit dem Fremden widersetzt sich die Kunst der gesellschaftlichen Abwertung, Missachtung und Ausgrenzung dieser Fremden.

Dieser humane Impetus der Kunst trifft sich mit dem Impuls vieler Menschen, die sich für die Belange von Migranten und Flüchtlingen einsetzen. Aus dieser Übereinstimmung ist die "Kunstauktion zugunsten von Projekten für Ausländer und Flüchtlinge" 1996 hervorgegangen. Vor fünf Jahren zum ersten Mal veranstaltet, hat sich diese Initiative mittlerweile zu einer tragenden Säule für viele Projekte für Migrant/innen und Flüchtlinge entwickelt. Wir legen Ihnen nunmehr den aktuellen Katalog für die fünfte dieser Auktionen hiermit vor.

In den bisherigen vier Auktionen wurden seit 1996 insgesamt rund 185.000,- DM aus dem Verkauf der gespendeten Kunstwerke eingenommen. Mit dem Erlös wurden Projekte für Ausländer und Flüchtlinge unterstützt, die ohne die Mittel aus der Kunstauktion ihre bisher erfolgreiche Arbeit hätten einstellen müssen, oder es wurde mit Mitteln der Auktion der Start neuer wichtiger Projekte überhaupt erst ermöglicht. Es handelt sich unter anderem um Projekte, die gewaltbereiten, rechtsradikalen Kindern und Jugendlichen einen Ausweg aus dem Teufelskreis von Versagen und Frustration, von Angst, Hass und Aggression zeigen, die Vorurteile gegenüber Fremden und rassistische Einstellungen bearbeiten, Migrant/innen und Flüchtlinge bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen, die Opfer von Menschenhandel unterstützen oder Flüchtlingen bei der Bewältigung ihres Lebens hier sowie bei der Vorbereitung ihrer freiwilligen Rückkehr und beim Aufbau einer neuen Zukunft helfen. Wie aktuell das alles ist und wie notwendig es bleibt, zeigen nicht zuletzt rechtsextreme Übergriffe und Gewalttaten – leider noch immer ohne Ende.

An den beiden Veranstaltungstagen am 7. und 8. Oktober 2000 wird es nicht nur um einen guten Erlös für die unerlässlich wichtige Arbeit der Projekte gehen. Vielmehr ermöglichen die Veranstaltungen (Vorbesichtigung, Tischverkauf, Jazzmusik, Präsentation von Projekten und Auktion) in der schönen Kirche Zum Heiligen Kreuz auch eine einzigartige Begegnung zwischen Kunst, Architektur, der Vielfalt der Menschen und Kulturen in unserer Gesellschaft und der Musik. Sie bieten die Gelegenheit zu erfahren, was engagierte Menschen auch in schwierigen Situationen in Bewegung setzen können. Nicht zuletzt ist diese Initiative ein gutes Beispiel dafür, wie verschiedene gesellschaftliche Gruppen, Firmen, Künstler/innen, Kirchen, Politiker/innen und engagierte Menschen erfolgreich Zeichen für eine Stärkung von Grund- und Menschenrechten und gegen Rassismus und Gewalt setzen können, wenn sie ihre Anstrengungen vereinigen.

Wir haben deshalb gerne die Schirmherrschaft für diese Initiative übernommen. Unser herzlicher Dank gilt den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Spenderinnen und Spendern, die uns mit ihrer Arbeit, ihrer Fachkompetenz, ihrer Kreativität und nicht zuletzt auch mit ihrer materiellen Unterstützung geholfen haben. Er gilt den vielen ehrenamtlich Engagierten, der Jury, dem Moderator und der Kirchengemeinde Zum Heiligen Kreuz, die in diesem Jahr zum fünften Male Gastgeber der Kunstauktion ist.

Sie können jetzt diese Kunstwerke erwerben. Damit machen Sie nicht nur sich selbst eine Freude, sondern Sie helfen zugleich mit, dass diese wichtige Arbeit geschehen kann.






© Herden Veranstaltungs GmbH