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Jüdisches aus New York New York, Chassiden aus Brooklyn, koschere Metzgereien neben High Tech Läden, der Temple EmanuEl, in dem - entgegen der altfrommen Tradition - ohne Kopfbedeckung gebetet wird. Die Knitting Factory, downtown, jüdische Avantgardisten und über 500 Synagogen mit ihren verschiedenen Gemeinden. Selbst wenn wir in Berlin an 365 Tagen im Jahr an 5 Spielorten ein Programm hätten, wir würden nur einen Bruchteil des jüdischen Lebens von New York erfassen. Das vorliegende Programm der 11. Jüdischen Kulturtage versucht, ein Stück dieser Lebendigkeit nach Berlin zu bringen. Vom ersten Konzert einer Vorbeterin in Berlin, über Hasidic New Wave Music und Lektionen von amerikanischen Juden über Deutschland bis zur deutschen Kinopremiere des Films "Nobody´s Business". Vor 70 Jahren waren die verschiedenen jüdischen Szenen in Berlin Vorbild und Stimulanz für das, was sich in Amerika entwickelte. Wir hoffen, daß das Programm diejenigen anregt, die in Berlin bewußt jüdisch leben oder etwas über das lebendige Judentum wissen wollen. Die Festwochen 1997 thematisieren Deutschlandbilder, bieten aber vorwiegend eine Innenansicht Deutschlands. Die Jüdischen Kulturtage ergänzen das große Thema um eine Reihe, die das Land von außen zeigt: "Germany - seen with my jewish eyes". Zentrale Ausstellung ist: "Blumenfeld - Dada und Fotografie". Erwin Blumenfeld, einer der bedeutendsten Fotografen, begann seine berufliche Laufbahn bei den Konfektionären Schlochauer am Hausvogteiplatz. Die Berliner Konfektion, die er in seinen Lebenserinnerungen so verachtend schildert, prägte gleichwohl sein Leben: Viele seiner Fotografien von Menschen sind durch Modeaccessoires geprägt, und er wurde zu dem Titelfotografen der "Vogue". An dieser Stelle sei der Kunstbibliothek für die Zusammenarbeit gedankt. Ein ganz anderes jüdisches Leben prägt Aviva Kempner. Kurz nach Kriegsende wurde sie als Tochter einer aus den Konzentrationslagern befreiten Jüdin und eines amerikanischen GIs im Lager der "displaced persons" in Schlachtensee geboren, und doch ist sie im Gegensatz zu Blumenfeld keine Berlinerin. Die von ihr in Zusammenarbeit mit dem Zeughauskino und dem Berliner Filmkunsthaus Babylon zusammengestellte Filmreihe versucht, eine Mischung von bekannten und gerade entdeckten Filmen "made at Ostküste" vorzustellen. Auf vielfachen Publikumswunsch wird im Jüdischen Gemeindehaus wieder ein Ballroom eingerichtet. Wir danken dem zur Zeit im Konkursverfahren befindlichen Metropol-Theater für die Bereitstellung der Ballroomdekoration. In diesem Haus fand 1993 das Abschlußkonzert der Jüdischen Kulturtage statt. Wir bedauern, daß wieder ein traditionsreiches Haus seine Pforten schließen mußte und hoffen auf eine Neueröffnung. Der Ballroom versucht, in diesem Jahr ein Stück jener Atmosphäre herzustellen, in der Klezmer, Jewish New Wave und andere Formen aktuellen jüdischen Musikschaffens in Amerika zur Anwendung kommen. Aufgeführt wird: Jüdische Gebrauchsmusik für Simches, d. h. für Hochzeiten und andere fröhliche Ereignisse. Wir wünschen uns für die 11. Jüdischen Kulturtage zwei masseldicke frelache (fröhliche) Wochen. Andreas Nachama
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