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Konzerte im Centrum Judaicum

Oranienburger Str. 28-30, Berlin-Mitte, S Oranienburger Str.
Eintrittspreise: Vorverkauf 20,- DM, Abendkasse 25,- DM


Rebecca Garfein - eine Kantorin aus NY
12. November 1997 | Mittwoch | 19 Uhr

Zalmen Mlotek und Eleanor Reissa - Jiddisches aus NY
13. November 1997 | Donnerstag | 19 Uhr

Andy Statman in concert
17. November 1997 | Montag | 19 Uhr

Vladimir Stoupel
18. November 1997 | Dienstag | 19 Uhr
19. November 1997 | Mittwoch | 19 Uhr
20. November 1997 | Donnerstag | 19 Uhr


Rebecca Garfein - eine Kantorin aus NY
12. November 1997 | Mittwoch | 19 Uhr

Riverdale Temple. Eine Vorstadtsynagoge in New York, in den 60er Jahren erbaut. Hier sind jüdische Menschen religiös zu Hause, die in New York arbeiten, aber im schönen Umland der Millionenstadt wohnen. Hier hat auch die jüdische Reformbewegung, die einst von Berlin ausging, ihr würdevolles Heim. Die Liturgie wird vom Rabbiner, in einen schwarzen Talar gewandet, mal in englischer, mal in hebräischer Sprache gehalten. Scheinwerferkegel richten sich auf ihn und die an einem zweiten Pult stehende Vorbeterin. Sie ist es, die mit voluminöser Stimme die hebräischen Gebetsgesänge vorträgt, begleitet von einer Orgel und einem vielstimmigen gemischten Chor.

Rebecca Garfein könnte auf jeder Opernbühne bestehen und jeden Schönheitswettbewerb gewinnen. Hier ist sie der Transmissionsring zwischen der andächtig folgenden Gemeinde und jenem wachen oder vielleicht doch entrückten Gott der hebräischen Bibel. Die Vertonung ihrer Gebetsgesänge ist gefühlvoll-traditionell oder akademisch-streng. Sie kennt ihre Musik und liebt ihre Gemeinde. Das schafft ein Timbre, das jüdisch-liebevoll eine Verbindung herstellt zwischen den Menschen ihrer Gemeinde, der jüdischen Tradition und Gott. Nachdem die Jüdischen Kulturtage 1993 mit Laura Geller erstmals eine Rabbinerin aus den USA vorstellten, ist Rebecca Garfein die erste weibliche Vorbeterin, die hebräische Gebetsgesänge in Berlin zum Erklingen bringt. Begleitet wird sie vom musikalischen Direktor des Riverdale Tempels Arnold Ostlund, einem protestantischen Amerikaner, und vom Chor der Berliner Synagoge Pestalozzistraße. Einstudierung: Gloria Seipelt.

Zalmen Mlotek und Eleanor Reissa - Jiddisches aus NY
13. November 1997 | Donnerstag | 19 Uhr

Eleanor Reissa ist eine jener Protagonistinnen jiddischer Kultur in New York, die sich das Erbe ihrer osteuropäisch-jüdischen Herkunft zur Lebensaufgabe gemacht haben. Ob am Broadway oder 'off' der großen Straße, ob in den USA oder in Berlin, sie verwandelt jede Bühne in das Schtetl, das Scholem Alechem in seinen unzähligen Anekdoten beschrieben hat. Eleanor Reissa ist eine professionelle Entertainerin, die ohne ihre Jüdischkeit keines der Bretter betreten würde, die für Schauspieler die Welt bedeuten.

Zalmen Mlotek ist eine der größten Autoritäten traditioneller osteuropäisch-jüdischer Musik. Er ist musikalischer Leiter wichtiger Broadway- und off-Broadway-Produktionen mit jüdischer Musik.

Eleanor Reissa und Zalmen Mlotek nehmen uns mit auf eine Reise durch die Welt der jiddischen Theatersongs. Die beiden kennen das Repertoire jüdisch-osteuropäischer Musik, wie nur wenige auf dieser Welt. Sie ziehen alle Register der in New York entstandenen und aus der alten Welt überlieferten jiddischen Musik. Eleanor Reissa und Zalmen Mlotek, zwei Zauberer einer vergangenen Welt, die in New York und für diesen Abend auch in Berlin lebendig sein und bleiben wird.

 

Andy Statman in concert
17. November 1997 | Montag | 19 Uhr

Andy Statman ist weltweit als Klarinetten- und Mandolinen-Virtuose berühmt. Mit seiner Experimentierfreudigkeit im Rahmen der Klezmer-Tradition steht er in internationalen Musikerkreisen an der Spitze. Seine Liebe zur Tradition und sein Gefühl für Improvisation halten sich dabei durchaus die Waage. Aus beiden Perspektiven sucht er immer wieder und ausschließlich nach dem Ausdruck von Spiritualität, wie sie der "jewish music" eigen ist. Sein Repertoire reicht von Klezmer und Hasidic über Bluegrass, Rock’n Roll bis hin zum Jazz.

Andy Statman führt mit seiner Musik über die Tradition des Klezmer hinaus und überrascht mit innovativen Zügen. Er wandert in den Fußstapfen der Klezmer-Musiker von einst. Aufgewachsen als Amerikaner der Sechzigerjahre hat ihn vieles beeinflußt, was er nicht ignorieren kann. Die spirituelle Qualität von John Coltrane und Albert Ayler hat ihn nachhaltig beeinflußt. Statman bleibt sich selber treu, und doch sind die Wurzeln seiner Musik tief jiddisch geblieben. Weltklasse-Klezmer aus New York, nach 1995 zum zweiten Mal in Berlin.

 

Vladimir Stoupel

Vladimir Stoupel wurde 1962 in der UdSSR geboren, emigrierte 1984 nach Paris und lebt heute in Berlin. Bereits als 15-jähriger gab er sein Orchesterdebüt. Er ist aus dem internationalen Musikleben nicht mehr wegzudenken und gerngesehener Gast der Jüdischen Kulturtage. In diesem Jahr hat Vladimir Stoupel für die Jüdischen Kulturtage drei Konzertprogramme zusammengestellt. Die drei Abende bieten reizvolle Kammermusik in interessanten, abwechslungsreichen Besetzungen, die in gelungener Weise bekannte Stücke mit seltener gespielten Werken kombinieren.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein einzigartiger Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen, kultureller Traditionen und Sprachen - ein Einwanderungsland, dessen nationale Identität sich aus dem Glauben an gemeinsame Ideale entwickelt hat. In den Künstlerkreisen New Yorks trafen diese verschiedenen Wertvorstellungen und Ansichten aufeinander. Überkommene Erfahrungen und vorhandenen Traditionen flossen in die Arbeiten ein. Ernest Bloch, Aaron Copland und George Gershwin stammen aus jüdischen Einwandererfamilien und verdeutlichen mit ihrem Kompositionen diesen Aspekt. Ergänzt werden die Kammermusikabende durch unbekanntere Stücke namhafter Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Max Bruch und Johannes Brahms.

 

Dienstag | 18. 11. | 19 Uhr
Anna Rabinova, Violine
Vladimir Stoupel, Klavier

Johannes Brahms: Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 d-Moll op. 108

Maurice Ravel: Tzigane. Konzertrhapsodie für Violine und Klavier

Ernest Bloch: Baal Shem. Drei Bilder aus dem chassidischen Leben, für Violine und Klavier (1923)

George Gershwin: Porgy und Bess. Bearbeitungen für Violine und Klavier von Jasha Heifetz

 

Mittwoch| 19. 11. | 19 Uhr
Mattias Simm, Klarinette
Alexander Baev, Violine
Igor Bobylev, Viola
Victor Yoran, Violoncello
Vladimir Stoupel, Klavier

Max Bruch: Acht Stücke für Klarinette, Viola und Klavier op. 83

Ernest Bloch: "Gebet" für Violoncello und Klavier (1924)

Ernest Bloch: "Meditation hébraique" für Violoncello und Klavier (1924)

Maurce Ravel: "Kaddisch" für Violoncello und Klavier

Aaron Copland: "Vitebsk" Studien über ein jüdisches Thema für Klaviertrio (1929)

 

Donnerstag | 20. 11.| 19 Uhr
Anna Rabinova, Violine
Alexander Baev, Violine
Igor Bobylev, Viola
Victor Yoran, Violoncello
Vladimir Stoupel, Klavier

Felix Mendelssohn Bartholdy: Klavierquartett h-Moll op. 3

Johannes Brahms: Klavierquintett f-Moll op. 34

 

Kartenreservierung, Fragen, Kommentare jkt@herden.de

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