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DieFilmreihe "made at Ostküste"
Die Filmreihe zu den 11. Jüdischen Kulturtagen - "made at Ostküste" - findet im Zeughauskino, Unter den Linden 2, Berlin-Mitte statt, und im Filmkunsthaus Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, Berlin-Mitte.
Eintritt: 10,- DM

13. November 1997 | Donnerstag | 19 Uhr | Filmkunsthaus Babylon
Glueckselig in New York. Der Stammtisch der Emigranten
BRD 1995 * Dokumentarfilm * Farbe und Schwarz-Weiß * 106 min. * deutsche Originalfassung * Regie: Yoash Tatari * mit: Hanna Busoni, George Harry Asher, Alex Olsen, Hilde Berger-Olsen, Gaby und Leo Glueckselig, Lilly Ruth und Herbert Hull, Trudy Jeremias

Vor einem halben Jahrhundert entkamen sie der Barbarei in Europa: Hilde, die sich als Sekretärin selbst in Schindlers Liste getippt hat, Alex, der in Berlin im Untergrund gegen Hitler kämpfte und später in Mexiko Trotzkis Leibwächter wurde, Harry, der sein Leben Oskar Maria Graf verdankt, der ihm und anderen ein Visum für die USA beschaffte, und Leo Glueckselig, den die Gestapo in Wien ganz konkret und ordentlich gefoltert hat: In der Mittagspause gab es Würstchen für die Opfer und die Folterknechte. Seit ihrer Flucht nach New York treffen sie sich jeden Mittwoch in einer Wohnung in der Upper East Side. Sie sitzen zusammen, unterhalten sich auf deutsch und sind inzwischen zu Amerikanern geworden: "Beim Fußball bin ich für Deutschland, beim Tennis bin ich für Deutschland, in politischen Angelegenheiten bin ich Amerikaner."

Wir sitzen mit an diesem ungewöhnlich interessanten Stammtisch, nehmen teil an den Erzählungen über Verfolgung, Flucht, der Ankunft in einem fremden Land, der schwierigen Gründung einer neuen Existenz und der Veränderung politischer Ansichten: "Wir sind inzwischen alle verärgerte Demokraten".

Vorführung in Anwesenheit von Leo Glueckselig.

 

Eröffnung der Filmreihe im Zeughauskino (geschlossene Veranstaltung):

15. November 1997 | Samstag | 19 Uhr | Zeughauskino
Nobody’s Business
USA 1996 * Dokumentarfilm * Farbe und Schwarz-Weiß * 60 min. * amerikanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln * Regie: Alan Berliner

Die ersten Anstrengungen sind eher komisch, vergleichbar dem Versuch, einen Stein zum Sprechen zu bringen. "Warum sollte sich irgendjemand für mein Leben interessieren?", schreit Oscar Berliner seinem Sohn entgegen. Dieser vergleicht sich mit dem Herausforderer in einem Boxkampf zwischen zwei ungleichen Partnern. Alan Berliner ist Filmemacher und Sohn, zunächst konfrontiert er seinen zurückgezogenen und stoischen Vater mit Ahnenforschung. "Na und?" antwortet der Vater, als ihm eine alte polnische Landkarte vorgelegt wird, auf dem das Dorf seiner Vorfahren zu erkennen ist. Doch allmählich gelingt die Annäherung, entsteht eine außergewöhnliche filmische Biographie, in der Streit, Humor, Pathos und zuweilen auch Reflexionen ihren Platz finden. Nobody’s Business ist gleichermaßen Selbststudie eines Sohn-Vater-Verhältnisses wie Portrait eines durchschnittlichen Amerikaners, von der Familiengeschichte über die Ansichten zum Vietnam-Krieg bis hin zur Frage der Ehescheidung.

Begrüßung: Dr. Josie Schumake, Direktorin des Amerikahauses.
Einführung: Aviva Kempner (in englischer Sprache)

 

16. November 1997 | Sonntag | 18 Uhr | Zeughauskino
Feinde - Die Geschichte einer Liebe (Enemies, A Love Story)
USA 1989 * Spielfilm * 120 min. * Farbe * deutsche Synchronfassung * Regie: Paul Mazursky * Darsteller: Ron Silver, Anjelica Huston, Lena Olin u.a.

Verfilmung von Isaac Bashevi Singers Roman "Feinde, die Geschichte einer Liebe". Der Holocaust-Überlebende Herman Broder hat sein Leben im New York des Jahres 1949 mit zwei Frauen eingerichtet. Mit der einen ist er aus Dankbarkeit verheiratet, mit der anderen durch Leidenschaft verbunden. Da taucht seine frühere, totgeglaubte Frau wieder auf. Broder verstrickt sich in einem Netz aus Lügen und Versteckspielen, bis auf einer Party alle Geheimnisse ans Licht kommen.

Einführung: Aviva Kempner (in englischer Sprache)

 

16. November 1997 | Sonntag | 20:30 Uhr | Zeughauskino
Der Pfandleiher (The Pawnbroker)
USA 1964 * Spielfilm * Schwarz-Weiß * 105 min. * deutsche Synchronfassung * Regie: Sidney Lumet * nach dem Roman "The Pawnbroker" von Edward Lewis Wallant * Darsteller: Rod Steiger, Geraldine Fitzgerald, Jaime Sanchez u.a.

Der Pfandleiher Sol Nazerman, vor der Judenverfolgung in Deutschland Universitätsprofessor in Leipzig, verlor seine Familie in den Konzentrationslagern. Heute betreibt er ein Pfandleihgeschäft in New York. Die Schrecken, die er miterleben mußte, machten ihn hart, mitleidlos, gefühlskalt und kontaktscheu. Durch den Tod eines Angestellten bekommt sein Gefühlsleben eine Wendung; er erkennt, daß der Mensch kein Recht hat, sich abzukapseln, und daß Werte wie Mitgefühl, Mitleid, Zuneigung und Liebe keine ausgestorbenen Begriffe sind.

In Der Pfandleiher geht es um das Verhältnis zwischen alter - europäischer - und neuer - amerikanischer - Identität, um die Qual der Erinnerung, um die Angst vor dem Leben und darum, sie zu überwinden.

Einführung: Aviva Kempner (in englischer Sprache)

 

16. November 1997 | Sonntag | 19:30 Uhr | Filmkunsthaus Babylon
The Salvation Hunters (Die Heilsjäger)
USA 1924 * Stummfilm * Schwarz-Weiß * 80 Min * englische Zwischentitel * Regie: Josef von Sternberg * Darsteller: George K. Arthur, Georgia Hale, Bruce Guerin u.a.

Der Wiener Geschäftsmann Moses Sternberg gehörte zu den vielen Europäern, die zu Beginn dieses Jahrhunderts Jahrhunderts ihr Glück in der "Neuen Welt" suchten. 1908 wanderte er mit seiner Familie in die USA aus, mit dabei war auch Sohn Josef von Sternberg, damals 14 Jahre alt, der später zeitweilig in Deutschland lebte und dort nicht zuletzt als Regisseur von "Der Blaue Engel" bekannt wurde. Das Drehbuch seines ersten Films, The Salvation Hunters, ist von Sternbergs New Yorker Jahren geprägt, als er sich als mittelloser junger Mann auf Arbeitsuche in der Bowery herumtrieb.

Musikalische Begleitung am Flügel: Jürgen Kurz

 

17. November 1997 | Montag | 18 Uhr | Zeughauskino
Days of Awe (deutsche Erstaufführung)
USA 1996 * Dokumentarvideo * 43 min. * Schwarz-Weiß * amerikanische Originalfassung * Regie: Karen Kramer

Karen Kramer filmte orthodoxe chassidische Juden im New Yorker Stadtteil Brooklyn bei der Ausübung religiöser Rituale und fragte nach der Bedeutung, die die Religion für den einzelnen hat.

A Life Apart: Hasidism in America (deutsche Erstaufführung)
USA 1997 * Dokumentarfilm * 95 min. * Farbe * amerikanische Originalfassung * Regie: Menachem Daum, Oren Rudawsky

A Life Apart erzählt von der Gründung und der Geschichte der chassidischen Gemeinden in den USA nach dem Holocaust. Dabei wird deutlich, daß die bewußte Zurückweisung des "American Way of Life" zu stabilen Familienverhältnissen, starken Solidargemeinschaften und einem verbindlichen Wertekonsens geführt hat, andererseits aber die konventionellen Verhaltensregeln in ihrer Verbindlichkeit kaum Spielräume für individuelle Entfaltung zulassen. A Life Apart erörtert diese Ambivalenz.

Einführung: Aviva Kempner (in englischer Sprache)

 

17. November 1997 | Montag | 21 Uhr | Zeughauskino
Dealers Among Dealers
USA 1995 * Dokumentarvideo * Farbe * 77 min. * amerikanische Originalfassung * Regie: Gaylen Ross

Ein Insiderblick auf die New Yorker Diamantenindustrie, wo die Beteiligten noch immer nach traditionellen Regeln und Grundsätzen handeln, die vor Jahrhunderten von ihren europäisch-jüdischen Vorfahren entwickelt wurden. Gaylen Ross beobachtete acht Jahre lang den Alltag der meist sehr betagten Edelsteinhändler in New Yorks Jeweler’s Row und die Auktionen von Christie’s in Miami und Genf, begleitete Händler bei ihrem Aufstieg in den späten achtziger und dem Abstieg in den mageren neunziger Jahren. Während einige Händler in der Gosse landeten, kauften andere Juwelenkollektionen für 31 Millionen Dollar. Dealers Among Dealers portraitiert eine mysteriöse Welt, die auch aus der Not geboren wurde. "Diamanten sind eben klein, man kann sie mitnehmen", stellt einer der Händler sachlich fest. "Wenn du ein Geschäft hast, und es kommt zu einem Pogrom, bei dem du alles plötzlich stehen- und liegenlassen mußt - eine Handvoll Diamanten kannst du immer mitnehmen, und schon bist du wieder im Geschäft."

 

17. November 1997 | Montag | 21 Uhr | Filmkunsthaus Babylon
Die Partisanen von Wilna (Partisans Of Vilna)
USA 1985 * Dokumentarfilm * 133 min. * Farbe und Schwarz-Weiß * Originalfassung mit deutschen Untertiteln * Regie: Josh Waletzky * Buch: Aviva Kempner, Josh Waletzky

Mit der Geschichte jüdischer Jugendlicher, die im Ghetto von Wilna den Widerstand organisierten und in den Wäldern Litauens gegen die Nazis kämpften, wird ein nur selten erforschtes Kapitel des Zweiten Weltkriegs beleuchtet. Der Film kombiniert vierzig mit Überlebenden in Israel, New York, Montréal und Wilna geführte Interviews mit Archivmaterial aus den Jahren 1933 - 1944.

Anschließend Gespräch mit Aviva Kempner (in englischer Sprache).

 

19. November 1997 | Mittwoch | 23 Uhr | Delphi-Filmpalast am Zoo
Nobody’s Business (deutsche Kinopremiere)
siehe 15.November, Zeughauskino. Die Deutschlandpremiere findet in Anwesenheit des Regisseurs Alan Berliner statt.

 

22 November 1997 | Montag | 19 Uhr | Zeughauskino
Arguing the World (deutsche Erstaufführung)
USA 1997 * Dokumentarfilm * 107 min. * Farbe * amerikanische Originalfassung * Regie: Joseph Dorman

Irving Howe, Daniel Bell, Nathan Glazer und Irving Kristol - vier führende jüdische Intellektuelle, die der Meinung sind, mit Ideen könne man die Welt verändern, vor allem mit ihren Ideen. Für diese Ideen kämpfen sie seit der gemeinsamen Zeit auf dem Gymnasium, als sie sich über die Zukunft des Marxismus stritten. Arguing the world beschreibt ihren Werdegang, die politische Sozialisation in der angespannten Atmosphäre in New Yorks Einwanderervierteln, den jugendlichen Idealismus, die kontroverse Rolle in der McCarthy-Ära, den Kampf mit der Neuen Linken in den 60ern und die unterschiedlichen politischen Ansichten von heute.

Anschließend Gespräch mit Joseph Dorman (in englischer Sprache)

 

22 November 1997 | Montag | 20:30 Uhr | Zeughauskino
Der Stadtneurotiker (Annie Hall)
USA 1977 * Spielfilm * 93 min. * Farbe * deutsche Synchronfassung * Regie: Woody Allen * Darsteller: Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts u.a.

Der New Yorker Komiker Alvy Singer gerät nach einer unglücklichen Romanze in eine Krise und läßt seine Vergangenheit Revue passieren. Alvy teilt die unter modernen intellektuellen Amerikanern verbreitete Begeisterung für Therapie und Analyse, Heilmittel für alle persönlichen und zwischenmenschlichen Probleme. Durch diese Mangel gedreht, erzählt Alvy von seiner halbwegs verkorksten Jugend im jüdischen Milieu, von den Absurditäten der New Yorker Kulturszene, von seiner zerrütteten Beziehung und philosophiert sarkastisch über die Grenzfragen der Metaphysik.

 

23. November 1997 | Sonntag | 18 Uhr | Zeughauskino
Wir waren so beliebt (We Were So Beloved)
USA 1981-85 * Dokumentarfilm * 145 min. * Farbe * amerikanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln * Regie: Manfred Kirchheimer

Portrait der Bewohner des New Yorker Stadtteils Washington Heights, in dem mit der Immigration von über 20.000 deutschen Juden zwischen 1933 und 1945 eine jüdisch-deutsche Enklave entstand. Manfred Kirchheimer fragt nach ihren Lebensgeschichten, Erfahrungen und Einstellungen. Er versucht herauszufinden, zu welchen Schlußfolgerungen das Entkommen vor der Vernichtung bei seinen Interviewpartnern geführt hat. Die Gespräche kreisen um den Aufbau der neuen "community" in den USA seit den 30er Jahren, um amerikanischen Patriotismus, um deutsche Freunde, die mit den Nazis sympathisierten, um die gegenwärtige Einwanderung in den USA, um die Herkunft aus dem deutschen Kulturkreis, die Gegenwart als amerikanische Staatsbürger und die Frage nach dem Sinn des Überlebens - haben Überlebende weniger Verpflichtungen, weil sie gelitten haben, oder haben sie mehr Verpflichtungen, weil sie gerettet wurden?

 

23. November 1997 | Sonntag | 19:30 Uhr | Filmkunsthaus Babylon
The Rag Man (Der Lumpensammler)
USA 1925 * Stummfilm * 60 min. * Schwarz-Weiß * englische Zwischentitel * Regie: Eddie Cline * Darsteller: Jackie Coogan, Max Davidson, Lydia Yeamans Titus u.a.

Nachdem sein Waisenhaus in New York abgebrannt ist, findet der zehnjährige irische Junge Tim Kelly Unterschlupf im Karren des Lumpensammlers Max Ginsberg. Die beiden befreunden sich und bauen als "Kelly und Ginsberg" ein gemeinsames Trödlergeschäft auf. The Rag Man beschreibt gleichermaßen einfühlsam wie pathetisch die langsame Annäherung zwischen einem verbitterten alten Mann und einem gottverlassenen Waisenjungen, gespielt übrigens von Jackie Coogan, der vier Jahre zuvor mit seinem spektakulären Debut in Charles Chaplins "The Kid" bekannt wurde.

Der 1875 in Berlin geborene und in frühester Jugend nach Amerika ausgewanderte Hauptdarsteller Max Davidson wurde in den 20er Jahren vor allem durch seine Slapstickkomödien populär. In The Rag Man entwickelt er neben seinem komischen Talent auch Qualitäten als Charakterdarsteller. Von der Fachpresse wurde Davidson für seine bis dahin größte Rolle gelobt: "Davidsons Leistung ist exzellent, seine Figurenzeichnung vereinigt Pathos und Komik, und er ist ein idealer Partner für den kleinen Jackie" (Moving Picture World).

Musikalische Begleitung am Flügel: Jürgen Kurz

 

23. November 1997 | Sonntag | 21 Uhr | Zeughauskino
Uncle Moses
USA 1932 * Spielfilm * 87 min. * Schwarz-Weiß * jiddisch mit englischen Untertiteln * Regie: Sidney M. Goldin, Aubrey Scotto * nach dem gleichnamigen Roman von Scholem Asch * Darsteller: Maurice Schwartz, Rubin Goldberg, Judith Abarbanel u.a.

Einer der ersten in New York entstandenen jiddischen Tonfilme, der sich mit dem Leben der osteuropäischen jüdischen Schtetl -Bewohner in der "Neuen Welt" befaßt. Onkel Moses, ein Schächter aus Polen, avanciert nach seiner Emigration zu einem der erfolgreichsten Geschäftsleute in der New Yorker Bekleidungsbranche. Neuankömmlinge finden bei ihm Arbeit, Moses betrachtet sie als Teil seiner "Familie" und weniger als Arbeitnehmer - dafür allerdings verlangt er von ihnen absolute Loyalität. Die Textilfabriken und Mietshäuser der Lower East Side bilden den Hintergrund für verschiedene zeitgenössische Themen: romantische Verwicklungen, den Kampf der Industriegewerkschaften und den Zerfall der traditionellen jüdischen Familie.

 

24. November 1997 | Sonnabend | 18:15 Uhr | Zeughauskino
Sabbath in Paradise
USA/BRD 1996 * Dokumentarfilm * 85 min. * Farbe und Schwarz-Weiß * amerikanische Originalfassung * Regie: Claudia Heuermann * mit: Anthony Coleman, Andy Statman, John Zorn, Marc Ribot, Roy Nathanson, Frank London, David Krakauer, Michael Alpert, Harvey Pekar

Portrait der experimentellen New Yorker Klezmer-Szene der 90er Jahre. Die traditionelle Klezmer-Musik, die häufig stellvertretend für "jüdische Kultur" steht, wird um wüste, free jazz-artige Improvisationen erweitert. Die Musiker erleben Jazz und Avantgardemusik als Ausdruck einer "Jewishness", in deren Rahmen sich "jüdische Musik" von ihrer religiösen Zweckbindung löst und von konventionellen Traditionen und Publikumserwartungen entfernt. Damit gibt Sabbath In Paradise einen Einblick in die heute bestehende Vielfalt jüdischer Musikkultur in New York.

 

24. November 1997 | Sonnabend | 20:30 Uhr | Zeughauskino
Histoires d’Amérique (Food, Family And Philosophy)
USA/Frankreich/Belgien 1988 * Spielfilm * 97 min. * Farbe * Originalfassung mit deutschen Untertiteln * Regie: Chantal Akerman * Darsteller: Mark Amitin, Eszter Balint, Kirk Baltz u.a.

"Wer nicht spricht, wird auch nicht gehört, und wer keine Geschichten hinterläßt, unterbricht die Kontinuität der Erfahrungen." Eine Frau erzählt, wie sie bei der Nachricht über den Tod ihres Mannes plötzlich allein im fremden Amerika in die Arme eines Freundes fällt. Ein junger Mann berichtet, wie er seine Verlobte aus Polen nach Amerika holte, wo sie vor Kummer fast starb. Histoires d’Amérique ist ein Film über das Erzählen, über die mündliche Überlieferung, über die jüdisch-amerikanische Erzählkultur und die kollektiven Erinnerungen an die von Antisemitismus geprägte jüdische Geschichte.

 

 

Wir freuen uns, vom 15. bis 17. November die Regisseurin, Journalistin und Filmwissenschaftlerin Aviva Kempner zu Gast haben zu dürfen. Aviva Kempner, die im Dezember 1946 in Berlin geboren wurde, gründete 1990 das Jüdische Filmfestival in Washington, dessen Leiterin sie bis 1994 blieb. Während der Filmreihe der Jüdischen Kulturtage in Berlin wird sie Einführungen zu verschiedenen Filmen halten. Auch wird die 1985 unter ihrer Co-Autorenschaft entstandene Dokumentation Die Partisanen von Wilna zu sehen sein.

Filmreihe des Zeughauskinos und des Berliner Filmkunsthauses Babylon in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Programmzusammenstellung und Organisation: Rainer Rother, Zeughauskino; Sabine Lenkeit, Bernd Buder, Berliner Filmkunsthaus Babylon

Beratung: Aviva Kempner, Washington D.C.

 

Kartenreservierung, Fragen, Kommentare jkt@herden.de

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