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Ballroom
im Jüdischen Gemeindehaus

 

Fasanenstr. 79-80, Berlin-Charlottenburg
U+S Zoologischer Garten, S Savignyplatz
Die Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr, bis auf das Eröffnungskonzert, das um 20:30 beginnt
Vorverkauf 20,- DM, Abendkasse 25,- DM

über den Ballroom 1998

11. November 1998 | Mittwoch | 20:30 Uhr
Ich fühl mich nicht zu Hause
Sandra Kreisler, Mistress of Ceremonies (Wien)
Bela Koreny & Kabarett (Wien)
Freylach!, Musik (Wien)

12. November 1998 | Donnerstag | 20 Uhr
Wiener Mélange at its best
Timna Brauer & Gäste präsentieren 'Wiener Mélange' (Wien)
vom klassischen Chanson bis zum jiddisch Rap Reggae

16. November 1998 | Montag | 20 Uhr
Aus dem Osten - aus dem Westen
Jalda Rebling & Mark Aizikovitch (Berlin)

17. November 1998 | Dienstag | 20 Uhr
Musik ist mein Atem
Shlomit Butbul & Band (Wien)

18. November 1998 | Mittwoch | 20 Uhr
Zwischen Prater und Buchara - Ferne Klänge aus ganz Nah
Ensemble Meirov (Wien/Israel)

19. November 1998 | Donnerstag | 20 Uhr
Aus der Tiefe rufe ich Dich
The Klingon Klezmer Band (Philadelphia/USA)

Mehr zum Programm:

Ich fühl mich nicht zu Hause
Sandra Kreisler, Mistress of Ceremonies (Wien)
Bela Koreny & Kabarett (Wien)
Freylach!, Musik (Wien)

Sandra Kreisler, Tochter des Chansoniers und Kabarettisten Georg Kreisler und der Wiener Schauspielerin Topsy Küppers, präsentiert dieses Jahr den legendären Ballroom der Jüdischen Kulturtage - dieses Mal ganz im Wiener Kaffeehausstil. Sandra Kreisler ist Schauspielerin, Talkmasterin, Chanteuse und Kaberettistin und tourte mit ihrem eigenen Kabarettprogramm durch Europa und die USA. Zusammen mit ihrem Pianisten wird sie den Ballroom der 12. Jüdischen Kulturtage mit einer Revue, bestehend aus alten und neuen Kabarettstücken und Szenen der alten Wiener Kabarettisten Fritz Grünberg und Karl Farkasch eröffnen. Mit dabei: Bela Koreny, Besitzer der "Broadway Bar" in der Innenstadt Wiens, in der nicht nur er persönlich Kabarett spielt und am Flügel sitzt, sondern auch des öfteren Persönlichkeiten wie Ulrich Tukur, Udo Jürgens, Richard Chamberlain, Michel Piccoli und zu Lebzeiten Leonard Bernstein oder Falco Halt machten.

Zusammen mit einigen Burgtheaterschauspielern wird er ein Stück wienerisch-jüdisches Kabarett präsentieren - natürlich mit der passenden musikalischen Begleitung.

Anschließend soll der Ballroom zu dem werden, was das Wort bereits meint: ein Tanzsaal! Die Klezmer Band Freylach!, die als eine der "Top Ten" Klezmer Bands innerhalb Europas gilt, wird jazzige, alte und neue Melodien und Rhythmen präsentieren.

Wiener Mélange at its best
Timna Brauer & Gäste präsentieren 'Wiener Mélange' (Wien)
vom klassischen Chanson bis zum jiddisch Rap Reggae

Jüdische Traditionen als typisches wienerisches Phänomen der anderen Art: heiße Rhythmen, Virtuosität und Improvisationskunst. Eine multikulturelle Mélange von Timna Brauer. In Israel, Frankreich und Wien aufgewachsen als Tochter einer Jemenitin und des israelischen Sängers und Malers Arik Brauer. Ihre Show beinhaltet die ganze Palette jüdischer Musik und Kultur aus Orient und Occident.

Das Amber-Trio aus Jerusalem wird die Sängerin zu Schmachtfetzen und Schlagern jüdischer Komponisten aus der Wiener Operette begleiten. Zusammen mit dem israelischen Pianisten Elias Meiri wird Timna Brauer jiddische und jemenitische Lieder darbieten und - last but not least - präsentiert die Band "Elias Meiri & the Prophets" jiddish Rap und Reggae. Eine Reise der ganz besonderen Art.

Aus dem Osten - aus dem Westen
Jalda Rebling & Mark Aizikovitch (Berlin)
Mark Aizikovitch kommt aus dem Osten und hat natürlich Verwandte in Wien. Jalda Rebling kommt aus dem Westen, aber die Familie ihres Großvaters mütterlicherseits kam irgendwann Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Böhmischen. Vielleicht als es unter Kaiserin Maria Theresia von Habsburg wieder einmal große Repressalien gegen die Juden ihres Reiches gab.

Wien, das bereits im Mittelalter eine Jüdische Gemeinde hatte, wurde mit dem Aufstieg der Habsburger Monarchie ein Ort der Begegnung verschiedener Kulturen zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd. Jalda Rebling und Mark Aizikovitch kommen aus sehr verschiedenen Traditionen, aber: Fast alle Juden waren einmal Westjuden...!"

Mit Liedern und Geschichten werden die beiden in Berlin lebenden Künstler von Wien und der jiddischen Kultur des Habsburger Landes erzählen.

Musik ist mein Atem
Shlomit Butbul & Band (Wien)

Wie für viele ist für Shlomit Butbul ihre Herkunft Programm. Auf der Suche nach dem Ich und nach der Identität ihrer Vorfahren aus einer Stadt, in der jüdisches Leben nahezu ausradiert war, begab sich die Tochter einer bekannten Wiener Jazzclubbesitzerin und Entertainerin und eines marokkanischen Juden aus Israel auf die Reise in die Kulturen - in die jüdischen Kulturen - ihrer Familie.

Die Sängerin und Schauspielerin entdeckte über die Vorfahren ihrer Mutter die verlorene Welt des polnischen Stedtls und den Kontrast der orientalisch-jüdischen Kultur ihres Vaters und seiner neuen marokkanischen Heimat; stolperte über die Bausteine der Wiener Mélange und formte das Ganze zu dem Unverwechselbaren ihres eigenen Ichs.

Eine Mischung aus orientalischen, osteuropäischen und jazzigen Klängen, samt Shlomits kräftiger Jazz-Stimme, machen den Zauber und die Sinnlichkeit ihrer Musik aus - ob in hebräisch, englisch oder jiddisch. "Musik ist mein Atem" sagt Shlomit, denn Musik ist für für sie das Innerste, das Natürlichste und Selbstverständlichste der Welt. Ihre Musik ist ihre Heimat. In ihr verschmelzen der Nahe Osten, der ferne Süden und das Hier und Jetzt. In ihr vereinigen sich Herkunft, Kindheit und Gegenwart - zu einer kraft- und hoffnungsvollen Zukunft.

Zwischen Prater und Buchara - Ferne Klänge aus ganz Nah
Ensemble Meirov (Wien/Israel)
Jüdisches aus Wien ist zugleich auch immer Jüdisches aus Andernorts. Einer dieser Bezugspunkte des Jüdischen Wiens ist Buchara. Jenes Land aus dem nicht nur kostbare Teppiche, sondern auch viele Geschichten des ach so beliebten Karl May stammen. Hier freilich geht es nicht um eine exotische Reise in eine ferne jüdische Lebenswelt, sondern um die jüdische Kultur, die große Zahl Wiener Juden, die von dort kommend in Wien ihr Zuhause gefunden haben und ganz selbstverständlich ihre Idendität dadurch bewahren, daß sie mit den Klängen, Tänzen, Gebeten und Farben ihrer Herkunftsregion leben - und Teil einer ganz anderen Wiener Mélange geworden sind.

Die Meirovs kommen aus Buchara, jener Provinz zwischen Afghanistan, Usbekistan und Turkmenistan, in der sich aus verschiedenen Kulturen eine ganz eigene Musik entwickelte. Diese Klangwelt importieren die Meirovs dieses Jahr nach Berlin. Orientalische und fernöstliche Klänge, dazu die farbenfrohen Kostüme der Band samt Tänzern - all das versetzt den Zuhörer in den Zauber einer fremden Welt.

Aus der Tiefe rufe ich Dich
The Klingon Klezmer Band (Philadelphia/USA)

Jüdische Spiritualität ist die Antwort der Gegenwart auf die auf Rationalität ausgerichtete jüdische Reformbewegung des 19. Jahrhunderts. Wurden vor 100 Jahren die alten Gebete so gekürzt und modernisiert, daß ein rational nachvollziehbarer Inhalt im Zentrum aller Überlegungen stand, so sucht Jack Kessler heute nach den versteckten mystischen Bezügen der Gebete. Dazu gräbt er nach alten Niggunium, das sind alte religiöse Gebetsmelodien mit einer durch verschleifendes Wiederholen jazzähnlichen Aufführungspraxis, und gießt sie in progressive Arrangements, die jedes Zuhören zu einem religiösen Erlebnis werden läßt.

Im Dialog mir seiner Frau - einer Rabbinerin, die modernen Chassidismus lebt, sammelt er Musiker um sich, die das gleiche Lebensverständnis zu ihrem musikalischen Bekenntnis machen.

Jack Kessler versteht es aber auch ohne weiteres aus einem Wiener Walzer nicht nur eine fetzige jiddische Improvisation zu machen, sondern findet darin zugleich auch einen - oder seinen - Weg zu Gott.

E-Geige und Perkussion geben der Formation einen eigenen Klang, der das herkömmliche Repertoire der Klezmer Musik sprengt - um in höhere Dimensionen zu gelangen.

 

Kartenreservierung, Fragen, Kommentare jkt@herden.de

 

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